Halbmarathon LTB #8 – Week six FORMCHECK

Am Sonntag stand der Formcheck an. Hier galt es auszuprobieren, ob der selbstgesteckte Trainingsplan Früchte trägt. Wie bereits zuvor geschrieben hatte ich nicht vor, mich unterkriegen zu lassen. Da es sich bei meinem auserwählten Probewettkampf um einen sogenannten Crosslauf handelte, war ich auf alles negative vorbereitet was meine persönliche Zeitvorgabe anging. Erfahrene Crossläufer erzählen sich unter ihresgleichen, dass bei diesen Wettkämpfen lediglich die Platzierung zählt, nicht aber die Zeitvorgabe. Dies machte mich dann doch etwas nachdenklich, ob meine kalkulierte Zeit denn nun in irgendeiner Weise passen kann. Nun gut, jetzt bin ich schonmal hier und ein Zurück gibt es nicht mehr.

Crosslauf, kurz Cross auch Querfeldeinlauf oder Geländelauf, ist eine Variante des Laufsports, bei der das schnelle Durchlaufen von profiliertem Gelände abseits befestigter Wege im Vordergrund steht. Crosslauf ist gegenüber dem Straßenlauf oder dem Laufen auf der Bahn koordinativ anspruchsvoller.

https://de.wikipedia.org/wiki/Crosslauf

Leider fand sich im Vorfeld kein geeigneter „Straßenlauf“, an diesem Wochenende, so dass ich eben auf diesen Crosslauf auswich. Sicherlich war es als Vorbereitung mal gut, einen solchen Lauf zu absolvieren, gerade weil in meinen Trainingseinheiten nie Steigungen eingebunden sind (Niederrhein sei dank). Dennoch sollte es wohl optimalere Vorbereitungsmöglichkeiten geben.

Bei sonnigen Frühlingstemperaturen und mit ersten Pollenbelastungen ging ich gegen 13 Uhr an den Start. Die Strecke führte durch ein Waldgebiet und war mit einer Länge von 8300m bemessen. Das Streckenprofil war für mich als „Flachlandläufer“ recht anspruchsvoll und so lies ich die erste von insgesamt fünf Runden (4 und eine halbe) relativ langsam angehen. Zum Ende der ersten Runde forcierten meine Mitläufer plötzlich das Tempo. Mit der Reaktionsfreudigkeit eines Öltankers versuchte ich meinen Speed rasch anzupassen. Was sich allerdings recht schnell als Fehler rausstellte. Die ständigen Wechsel zwischen Bergauflaufen und Bergablaufen waren koordinativ wie konditionell anstrengender und kräftezährender als gedacht. Und so musste ich den Tribut dafür mit Sauerstoffarmut im Hektoliter Bereich zollen. Ich sag nur „o2 can do“. Wozu hat man einen „Wettkampftaktikzeitplan“ erarbeitet wenn man sich nicht daran hält?! Dennoch erholte ich mich wieder recht schnell und so konnte ich den Rest der zweiten Runde zwar langsamer als geplant aber immerhin mit genügend Kraftreserven beenden. Für die dritte Runde nahm ich mir vor, ein gleichmäßiges Tempo zu laufen und das Brennen der Oberschenkel bei den elendig langen Bergaufpassagen auszublenden. Leider lief ich zu diesem Zeitpunkt gänzlich alleine, was kurzweilig an meiner Motivation nagte, was aber auch den Vorteil mit sich brachte, dass keiner sah mit welchen Erschöpfungsgrimassen ich durch den Wald rannte. Wichtiger Tipp – Bei Start und Ziel, dort wo sich die Zuschauer aufhalten immer mit einem kleinen Lächeln im Gesicht vorbei rennen und sich die Anstrengung nicht anmerken lassen. Ebenfalls angebracht, wenn Gegner in der Nähe sind – das zermürbt Sie alle!

Immer locker bleiben und ganz wichtig niemals zeigen wie anstrengend es ist….

Zur Mitte der vierten Runde verspürte ich das Gefühl, heute schaffst du alles. Woher ich dieses Gefühl auch auf einmal hergezaubert habe – keine Ahnung, ist auch egal. Hauptsache ich konnte diese positive Stimmungsschwankung in Vortrieb ummünzen. Durchhalten, nicht vorher Schlappmachen! Wer schneller wird muss am Ende auch noch Kraftreserven für einen Zielsprint haben! Langsamer werden gilt nicht!!! Letzte Runde. Noch mal alles geben und zeigen, wofür das Training der vergangenen Wochen steht. Letzter Berganstieg! Ohje, leichtes Zwicken in der Wade. Egal ausblenden. Weiterlaufen. Ich sehe das Ziel in der Ferne und gebe nochmal alles. Lächeln! Und schon ist das Rennen vorbei.

Der SV Straelen hat hier wirklich ein tolles Event mit seinem „Sieben-Quellen-Crosslauf“ veranstaltet. In diesem Jahr bereits zum achten Mal. Tolle Location, für das leibliche Wohl war ebenfalls gesorgt (Kaffee, Kuchen usw.) und das zu wirklich sehr fairen Preisen. Selbst Umkleidemöglichkeiten wurden geschaffen. Ich kann hier nur eine Empfehlung aussprechen, für jeden der mal Crosslaufen möchte hier zu starten. Sicherlich findet diese tollte Veranstaltung auch wieder im nächsten Jahr statt.

Meine Zeitvorgabe habe ich nicht geschafft. Was ich aber mit etwas Abstand behaupten kann ist, dass ich mein Ziel erreicht habe! Ich habe meinen Trainingsplan durchgezogen und im Probewettkampf konnte ich mir beweisen, welches Potential ich für die nächsten Wochen habe. Es ist extrem schwer, wenn nicht sogar unmöglich, Zeiten aus dem Crosslauf auf Asphaltzeiten zu übertragen und genau deshalb tue ich es auch nicht.

Laufcampus Beat

Auf in die letzten sechs Wochen Halbmarathon Vorbereitung!

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